Kalenderblätter



Unwiederbringlich die Tage vergehen
Kalenderblätter fallen hernieder
Vögel, die wir heut mit Freude noch sehen
Kehren erst  nach dem Winter wieder

Ein Tag neiget sich dem Ende schon zu
Kalenderblatt sag mir, was ist dein Weg?
Der Wanderer schnürt geschwind sich die Schuh
Von fern hallt sein Schritt noch leis auf dem Steg

Ein Tag hüllt sich ein in die Dämmerung
Kalenderblatt, bist nun fast schon vergessen
Bald wird der Tag zur Erinnerung
Vorbei dann der Glanz, den er hat besessen

Der Tag vermählt sich geheim mit der Nacht
Kalenderblatt, glimmst du noch lange im Feuer?
Schwingend das Pendel der großen Uhr wacht
Jede Sekunde ist ihm lieb und teuer

Das Heut wird zum Gestern, gebärend den Tag
Kalenderblatt, neues, begrüße dein Heute
Pendel, schwing weiter, sag mir, wer mag
Erahnen, ob dieses schenkt Pein oder Freude

Entfaltet kaum der Tag, der neue
Ein Morgen klopft schon an den Pforten
Kalenderblätter fallen, das Pendel schwingt, das treue
Doch stets der Wandel triumphiert an allen Orten

Kostproben

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