Die Katze
Sie liegt am Ofen vor dem Feuer
Ein wildes, sanftes Ungeheuer
Raubtier, Schmusebär in einem
Seh ich sie, so könnt ich meinen
So manches gäb ich in der Welt
Ich ihre Eleganz erhält
Geschmeidig sich nun reckend, streckend
Das glänzend Haarkleid sich beleckend
Auf vier samtnen Pfoten schwebend
Sich sacht von ihrem Platz erhebend
Bin ich nicht mehr lang allein
Schleicht sie schnurrend mir ums Bein
Mit bezaubernd frechem Charme
Wird des Menschen Herz schnell warm
Verspielt sie fängt des Teppichs Fransen
Tollt umher, als wollt sie tanzen
Legt sich plötzlich auf die Lauer
Lautlos horcht sie, schaut genauer
Schnellt wie ein Blitz abrupt empor
Angelegt, gespannt das Ohr
Spitz die Krallen ausgestreckt
Und ehe sich die Katze duckt
Fand sich die Mücke schon verschluckt
Gähnend sich das Tier nun streckt
Noch einmal den Mund sich leckt
Stolziert die sanfte, wilde Katz
Zurück an ihren Lieblingsplatz
Trampelt drehend sich im Kreis
Maunzt verlanged, daß ich weiß
Genüßlich dösen kann sie nur
Wenn ich sie kraule zum Geschnurr